Vandalismus in Belecke eine logische Konsequenz

Jugendliche und öffentlicher Raum – dieses Thema wird in Warstein im Bezug auf Vandalismus und Konflikte immer häufiger angesprochen und diskutiert. Neuestes Beispiel ist der Wilkeplatz in Belecke, auf dem es zu nächtlichen Zerstörungen kommt.

„Die Situation in Belecke ist leider die logische Konsequenz aus den unserer Meinung nach grundlegend falschen Maßnahmen der Stadtverwaltung“ kommentiert Frederick Krieger, Sprecher der Grünen Jugend Warstein (GJ), die Entwicklung der letzten Wochen. Seiner Meinung nach beurteile Uli Blecke, Vorsitzender des Gewerbeverbandes Belecke, die Situation ganz richtig: „Herr Blecke hat beobachtet, dass sich auf dem Wilkeplatz das Selbe abspielt wie vor einiger Zeit noch auf den Schulhöfen. Genau das ist in unseren Augen der entscheidende Punkt: Jugendliche werden durch Sperrungen und Verbote von einem öffentlichen Raum zum anderen getrieben. Doch die Probleme bleiben bestehen und treten immer wieder von neuem auf. So wird es auch in Zukunft immer wieder Konflikte geben.“

Allerdings wird auch immer wieder öffentlicher Raum beschädigt, so auch vor wenigen Wochen der Schorensportplatz. Hierzu Lea Heidrich, Sprecherin der GJ: „Traurigerweise gibt es immer einige wenige, die mutwillig etwas zerstören. Doch darf dieses Bild nicht auf die Allgemeinheit der Jugendlichen übertragen werden.“ Solche Beispiele seien keine Rechtfertigung für weitere willkürliche Verbote von Seiten der Stadt sondern zum Teil die Folge fehlender Kommunikation mit den Betroffenen.

Als Lösung des Problems erwägt hingegen Manfred Gödde, den Genuss von Alkohol auf öffentlichen Plätzen mit einem Beschluss des Rates zu verbieten, um der Polizei ein Mittel zu geben, gegen junge, randalierende Menschen vorzugehen.

Aus Sicht der Grünen Jugend wäre eine solcher Beschluss der eindeutig falsche Weg: „Das würde die Situation auch nicht verbessern, da es, wie eben in der Vergangenheit geschehen, zu einer Verlagerung des Treffpunktes käme. Es würden wieder Sanktionen von oben herab stattfinden, ohne dass vorher mit den Jugendlichen gesprochen wurde“ kritisiert Lea Heidrich den Vorschlag des Bürgermeisters. „Darüber hinaus wäre ein solches Verbot ein grundlegender Verstoß gegen die Freiheitsrechte der Warsteiner Bürgerinnen und Bürger und auf gar keinen Fall hinnehmbar.“

Stattdessen müssten nach Meinung der GJ bewusst neue Räume für Jugendliche geschaffen werden, die als solche akzeptiert und konfliktlos genutzt werden könnten. „Hier muss endlich die Warsteiner Jugendhilfe aktiv werden und mit jungen Leuten gemeinsam kreative Ideen ausarbeiten, die zeitnah umgesetzt werden können“ fordert Frederick Krieger. „Doch bisher haben Politik und Jugendhilfe in diesem Bereich grundlegend versagt.“

Als weiteres Beispiel hierfür führt die Grüne Jugend ein Erlebnis des vergangenen Samstags an: Aufgrund der Sommerferien wollte man auf dem Bolzplatz am Herrenberg Fußball spielen. Laut Beschilderung sollte dieser Platz nur sonn- und feiertags geschlossen sein, doch auch an diesem Samstagmittag fand man die Gittertür verschlossen vor.

Frederick Krieger zeigte sich fassungslos: „Eine Stadt, die öffentlichen Raum und die Möglichkeit der Freizeitgestaltung für ihre jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger auf diese Weise versperrt und reduziert, darf sich über Konflikte und Probleme nicht wundern!“

Zu diesem Thema: Ein Kommentar von Frederick auf seinem Blog

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