Von einem Spaziergang in Suttrop

Was gibt es schöneres als am Mittag eines kalten, windigen Novembertages mit ein paar Freunden einen kleinen Spaziergang zu unternehmen? In der Nähe der “Suttroper Diamanten” hat man einen herrlichen Blick auf das Wästertal. Ein wunderbarer Ausflug also, auch wenn wir mit einer etwas anderen Absicht unterwegs sind als nur die schöne Aussicht genießen zu wollen. Natürlich ist der Spaziergang am Rande des Steinbruches der Firma Westkalk auf der öffentlichen Straße nicht zufällig, denn es soll gesprengt werden im Steinbruch. Den Ablauf dieses Dienstags werden Sie sicher in der Zeitung gelesen haben (auch wenn es nicht “gut zwanzig Jugendliche”, sondern nur dreizehn waren)… schlussendlich wurde dann mit einer einstündigen Verspätung doch gesprengt, aber das konnten (und wollten) wir ja auch nicht verhindern…

Die Intention dieser ganzen Unternehmung war eine andere: Wir wollen den immer größer und akuter werdenden Konflikt in die Öffentlichkeit bringen um weiter darauf aufmerksam zu machen. Dabei sind wir nicht generell gegen die Steinbruchindustrie in Warstein, das möchte ich betonen. Denn man muss bei solchen Konflikten immer beide Seiten sehen. Warstein lebt ein Stück weit von diesem Industriezweig, viele Menschen arbeiten in diesem Bereich. Darüber hinaus darf man die ganze Sache nicht nur partiell sehen, mit Warsteins Steinabbau hängen noch viele weitere Branchen zusammen, und sei es nur die Westfälische Landeseisenbahn.

Aber man muss eben auch sehen, dass irgendwann eine bestimmte Grenze erreicht ist. Und diese ist in Warstein mindestens erreicht, wenn nicht schon längst überschritten. Die Steinbrüche haben sich in Warstein im Laufe der Jahre immer weiter ausgedehnt. Und jetzt ist es soweit, man ist so nah an die Wohnsiedlungen herangekommen, dass die Anwohner akut gefährdet und materiell geschädigt werden. Und da liegt das Problem, irgendwann sind Grenzen erreicht. Darüber müssen sich die ansässigen Firmen klar werden. Entweder sie ergreifen Maßnahmen wie das umliegende Land den Anwohnern abzukaufen um sich weiter ausdehnen zu können, oder es ist bald Schluss mit den Sprengungen. Ich möchte hier, wie gesagt, nicht polemsich Stimmung machen, sondern auf die offensichtlichen Probleme hinweisen. Die Schädigung der Anwohner ist die eine Sache, und dazu kommt ja noch das viel grundlegendere Problem, nämlich das der Gefährdung unseres Trinkwassers! Hier dürfen eigene, wirtschaftliche Interessen, wie zum Beispiel der Fortbestand eines Unternehmens, nicht vor den Schutz dieses elementaren Gutes gestellt werden. In Zeiten der Globalisierung erleben wir wirtschaftliche Ausbeutung doch mehr als genug, sei es die von Arbeitern, die für einen Hungerlohn arbeiten müssen oder das Abbrennen von Regenwäldern, damit dort Ackerland entstehen kann. Da müssen wir das hier in Warstein nicht auch noch so leben und versuchen, einen gemeinsamen Weg zu finden. Sollte bereits durch Steinabbau Grundwasser freigelegt worden sein, kann dieser Weg leider nur heißen: Steinindustrie kann und darf in Warstein nicht mehr bestehen.

Jaja, so ein Spaziergang in der freien Natur ist schon etwas schönes, und es gibt noch so viele Ecken in Warstein, an denen man herrlich wandern könnte… das sollte man mal wiederholen…

In diesem Sinne,

Bis die Tage

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